Wissen ist Macht?

erstellt am: 15.01.2017 | von: Jörg Unkrig



Stellen wir uns mal ganz dumm.
Oder stellen Sie sich mal vor, Sie könnten schon heute Ihr genaues Sterbedatum erfahren. Würden Sie es wissen wollen?
In einer Befragung gaben ca. 90 Prozent der Befragten an, es nicht wissen zu wollen. Und damit verzichten sie auf eine wichtige Information, die das Leben nicht nur in Bezug auf eine Lebensversicherung erheblich verändern könnte.

In der Wissenschaft heißt das bewusste Ignoranz, also dass man vorhandene Informationen nicht wissen will oder einfach nicht abruft. Warum ist das aber auch bei wichtigen Informationen so:

1. Gefühle!

Manche Informationen stimmen uns traurig, nachdenklich oder auch wütend. Wollen Sie solche Informationen bekommen? Wahrscheinlich nicht in jedem Fall. Wer will sich schon runterziehen lassen? Schlechte Gefühle können ein Grund sein, dass man sich selbst von solchen Informationen freihält. Es gibt in Ihrer Familie eine erbliche Krankheit? Wollen Sie wissen, ob Sie selbst potenziell in Gefahr sind? Angelina Jolie unterzog sich im Wissen auf Ihre Familiengeschichte einer radikalen Brustoperation, um einer Krebserkrankung vorzubeugen.

Auch außerhalb von Gesundheit wollen wir uns nicht mit negativen Informationen belasten und gar nicht wissen, ob der Kollege im Nachbarbüro für die – vermeintlich – gleiche Arbeit mehr Gehalt bekommt.

2. Surprise! Surprise!

Wir wollen uns in manchen Situationen einfach überraschen lassen und suchen vor unserem Geburtstag nicht alle Schränke nach Geschenken durch oder lesen von dem spannenden Thriller nicht nach der Hälfte des Buches schon die letzten Seiten oder wollen wissen, wie Star Trek oder Games of Thrones ausgeht. Spannung und Vorfreude sind für uns wichtig und deshalb finden wir auch „Spoilern“ völlig daneben.

3. Volle Power!

Einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, ein Haus bauen? Große Projekte erfordern große Anstrengungen und können trotzdem misslingen. Trotzdem informieren wir uns bei Kauf eines Fernsehers häufig viel intensiver als beim Bau eines Hauses. Zu viele, komplexe Informationen könnten uns von der Umsetzung abhalten, weil man dann wie ein Kaninchen vor der Schlange steht.

4. Geplantes Nichtwissen!

In Verhandlungen kann es von Vorteil sein, etwas nicht zu wissen. Wenn unser Verhandlungspartner merkt, dass wir uns nicht mit Alternativen auseinandergesetzt haben, beschränkt es seinen Spielraum.
Auch Verantwortung kann man so einfach beiseite schieben. „Habe ich nicht gewusst!“ ist eine häufig verwandte Ausrede. Billigwaren zu kaufen und dann zu sagen „Och, ich wusste gar nicht, dass die Arbeitsbedingungen in Asien, wo das T-Shirt produziert wurde, derart menschenunwürdig sind.“

5. Informationsüberflutung!

Aufmerksamkeit ist das Gut, was in unserem Jahrhundert Mangelware ist. Wir werden jeden Tag über verschiedene Medien und Kanäle regelrecht mit Informationen überflutet. Um Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, müssen wir eine Vielzahl von Informationen ausblenden und auf das für uns Wichtige fokussieren.

Dann ist nicht Wissen Macht, sondern Unwissen? Im Maßen auf jeden Fall. Wahrscheinlich immer dann, wenn Nicht-Wissen ohne Konsequenzen bleibt. Da wo es anderen oder uns schadet, ist Unwissen absolut fehl am Platz.

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  1. Jörg Unkrig sagt:

    Wovon haben Sie keine Ahnung und sind auch noch stolz darauf?

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