Nachhaltige Motivation!

erstellt am: 08.01.2017 | von: Jörg Unkrig



Wieder ist ein Jahr zu Ende gegangen und das nächste ist gerade mal eine Woche alt. Wollen Sie durchstarten? Klar! Aber haben Sie nicht doch ein wenig Sorge, dass Sie Ihre guten Vorsätze (Abnehmen, mehr Sport, weniger Süßes, und,und, und) wieder einmal nicht umsetzen oder schon im Februar Ihre Motivation deutlich nachlässt und den Nullpunkt erreicht? Und wie ist es eigentlich mit der Motivation am Arbeitsplatz?

Dauerhaft motivieren!

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie gerne zur Arbeit gehen? Oder warum eben nicht? Was treibt Sie ganz persönlich an: Geld, nette Kollegen, flexible Arbeitszeiten oder pure Sinnerfüllung?
Woraus man seine Motivation zieht, ist ganz unterschiedlich und sehr individuell. Jeder hat einen anderen Ansporn und dann – um das Ganze noch zu toppen – kann das auch noch ab und an wechseln.

Dauerhafte Motivation

In meinen Seminaren erlebe ich oft, dass es Unternehmen und Unternehmern schwer fällt, Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum zu motivieren. Manche Unternehmer machen sich aber auch gar keine strukturellen Gedanken dazu, sondern meinen, durch die Bezahlung genügend Anreize gesetzt zu haben. Der Rest sei doch dann wohl ausschließlich Sache der Mitarbeiter. Ein fataler Trugschluss mit fatalen Folgen: Verlust der Motivation = Leistungseinbußen.

Creme de la Creme 16 von 100

Der „Gallup Engagement Index“ brachte 2015 zu Tage, dass ca. jeder sechste Mitarbeiter demotiviert seiner Arbeit nachgeht. Zudem gibt es offenbar eine große Anzahl an Mitarbeitern (fast 70 Prozent), die nur das machen, was sie müssen. Gallup spricht hier von „Dienst nach Vorschrift“.
Was bleibt? Nur 16 Prozent aller Mitarbeiter scheinen demnach (Gallup führt diese Untersuchung seit 2001 durch) hochmotiviert bei der Sache zu sein. Erschreckend, oder?

Motivation pur

Was motiviert uns aber mit Freude zur Arbeit zu gehen und diese dann auch engagiert zu tun? Motivationsfaktoren haben sich offensichtlich in den letzten Jahrzehnten verändert. Materielles ist und bleibt zwar immer noch wichtig, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, hat aber zunehmend an Bedeutung für Arbeitnehmer verloren. Inhalt der Arbeit hat schon seit einigen Jahren eine hohe Bedeutung für uns bekommen, gab es aber auch schon immer. Denn: Wir wollen uns alle mit der Arbeit und den Inhalten identifizieren können. Hinzu kommt, so stellen Studien im Bereich „Arbeit“ immer wieder fest, Autonomie. Das bedeutet nichts anderes, als das wir frei arbeiten und – zumindest in Maßen – selbst bestimmen können, was wir wann machen. Am besten auch wie wir es machen.
Ein anderer Teil der Mitarbeiter zieht seine Motivation aus der Möglichkeit Familie, Freizeit und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Und noch ein anderer Teil der Kollegen möchte sich weiterentwickeln und nicht auf der Stelle stehen bleiben.

Hingucken

Man muss als Arbeitgeber also sehr genau hinschauen, was einen Mitarbeiter motiviert. Dann wird es relativ einfach. Denn wer die Beweggründe und Motivatoren seiner Mitarbeiter kennt, kann sie berücksichtigen und auf sie eingehen. Wer sich nicht damit auseinander setzt, tappt weiter im Dunkeln und packt genau an der falschen Stelle an. Das führt dann zu Demotivation. Gut gemeint ist eben das Gegenteil von gut gemacht. Gerade bei Motivation muss man das Richtige richtig tun.

Passgenau und individuell

Eine Arbeit oder eine Aufgabe, die die Bedürfnisse und Wünsche eines Mitarbeiters nicht berücksichtigt, demotiviert und kann sogar krank machen. Natürlich ist das Leben im Beruf kein Wunschkonzert, wollen die meisten aber auch gar nicht, man muss aber – da bleibe ich gerne in der musikalischen Metapher – auch nicht nach der Pfeife eines anderen tanzen.
Konkret: Wenn ich als Teamleiter nach Erfolg strebe (Leistungsmotiv) und dazu viel arbeiten muss und Überstunden mache, habe ich wenig Freizeit oder Zeit für Freunde oder Familie. Sehne ich mich aber unterbewusst nach autonomer Zeit für mich oder Freunde (Anschlussmotiv), kann dieser innere Widerspruch zu Stress und langfristig zu Demotivation führen.
Motivation muss passgenau und individuell abgestimmt auf den einzelnen Mitarbeiter stattfinden. Das ist eine Hauptaufgabe einer Führungskraft. Noch einmal deutlich: Hauptaufgabe einer Führungskraft ist es, die Mitarbeiter zu motivieren. Und das nachhaltig.

Sinnstiftend

Arbeit muss insgesamt gesehen immer sinnstiftend sein. Diesen Sinn der Arbeit legt jeder von uns individuell fest. Dazu trägt auch bei, in einem passenden, guten Betriebsklima arbeiten zu können. Ein gutes Klima bildet eine solide Basis für gute Arbeit. Mitarbeiter erwarten ein gewisses Maß an Wertschätzung und haben einen Anspruch darauf.
Fairness, Transparenz und Information müssen durch den Chef gewährleistet sein und werden durch Kommunikation mit- und untereinander sichergestellt. Das gibt Orientierung für die Mitarbeiter und motiviert. Der „Fehlzeitenreport 2016“ der AOK bestätigt dies weitestgehend.

Der richtige Drive

Nur mit den richtigen Motivatoren können Sie Ihre Mitarbeiter in den Drive bringen, langfristige gute Arbeiten zu leisten:
1. Arbeiten im Team
2. Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln
3. Verlässliche, gute Führung

Zudem sollten Sie Ihre Mitarbeiter nicht demotivieren und immer mit gutem Vorbild vorangehen. Beschäftigen Sie sich auch mal mit Job Crafting. Dahinter verbirgt sich, dass man Arbeitsplätze so gestaltet, dass sich jeder Mitarbeiter individuell wohlfühlt. Diese Veränderung bezieht sich nicht nur auf den konkreten Arbeitsplatz und das Büro (Beispiel Ausstattung), sondern auch auf die gestellten Aufgaben, die Beziehungen untereinander und das konkrete Denken in Bezug auf die eigene Arbeit.
Wichtig ist, dass Sie bei Ihren Mitarbeitern einen Weg finden, die Bedeutsamkeit der eigenen Arbeit dar- und herauszustellen. Jeder trägt mit seiner Arbeit insgesamt zum Unternehmenserfolg bei. Sei es der Vorstand, der Sachbearbeiter, der Hausmeister oder der Fahrzeugwart. Jeder an seinem Platz!

Also haben Sie keine Angst vor der Herausforderung 2017. Seien Sie motiviert bei der Sache, dann klappt es auch mit den Mitarbeitern.

Ach so, hier zum Schluss mal die Persönlichkeitsmerkmale und welche man gut bzw. schlecht verändern kann:
Leicht: Stimmungen wie Heiterkeit, Ärger, Freude, Enttäuschung
Stabil, aber beieinflussbar: Optimismus, Disziplin, Hilfsbereitschaft
Schwer: Neugier, Offenheit, Mut, Verlässlichkeit
Wenig beeinflussbar: Impulsivität, Stressresistenz, Empathie

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  1. Jörg Unkrig sagt:

    Woraus ziehen Sie Ihre Motivation? Was demotiviert Sie?

  2. Gregor Heise sagt:

    Ein sehr lohnenswerter Artikel, der wichtige Aspekte dieses „ewigen Themas“ beleuchtet!
    Ich finde es wichtig, dass sich Führungskräfte stets bewusst machen, dass Mitarbeiter immer motiviert sind – nur nicht immer für das, was die Führung möchte 😉 Mit anderen Worten: Motivation ist nicht dem Menschen von außen „angestückt“ sondern der Mensch ist immer motiviert, wenn ein Bedürfnis da ist.

    1. Hallo Gregor,

      dem kann ich beipflichten.
      Nach meiner Erfahrung mit inzwischen einigen hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind viele motiviert bei der Sache. Die beste Motivation ist übigens ein Chef oder eine Führungskraft, der/die Vorbild ist und nicht der/die, der/die nur fordert, selbst für sich aber immer nur die Rosinen rauspickt.

  3. Manuela Beucker sagt:

    Lieber Jörg,
    vor ca. einem Jahr habe ich mal mit Schülern der Oberstufe darüber gesprochen, was jeden von uns antreibt -, also die Frage nach unserer Motivation gestellt.
    Inspiriert durch deren Antworten bin ich zu meiner eigenen gekommen.

    Meine Motivation ist mein Gespür für Gleichgewicht, bzw. Ungleichgewicht. Dazu gehören Sensibilität, Empathie und auch der Mut, die Dinge anzusprechen und Konflikte auszuhalten. Vielleicht habe ich mir deshalb auch meine beiden Berufe ausgesucht… Sie sind für mich genau richtig.

    Ich kann nicht wirklich sagen, was mich demotiviert, weil ich mit dem, was mein Interesse schwächen könnte, weitgehend auch professionell umgehen kann. Ich sehe aber zu, dass ich für mich selber klar bleibe und mehr Inspirationen bekomme als Demotivationen.

    Liebe Grüße,
    Manuela

    1. Liebe Manuela,

      ein toller Ansatz, dem ich nichts mehr hinzuzufügen habe, außer: Zu dieser Erkenntnis – solch einer wie deiner – muss man erst mal gelangen. Vielen Dank

      BG

      Jörg

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