Keine Macht dem Stress!

erstellt am: 23.12.2016 | von: Jörg Unkrig

xmas-2017

Gerade zum Jahresende leiden alle unter dem „Stresssyndrom“. Alle rennen, hetzen, keiner hat Zeit, jeder hat noch so viel zu tun. Gehören Sie auch zu dieser Spezies? Sehr wahrscheinlich ja; ich selbst auch.
Und dann habe ich auch noch die Studie zu Stress am Arbeitsplatz gelesen, die auch sehr interessant ist: www.saatkorn.com/studie-zum-thema-stress-am-arbeitsplatz
„Alle Jahre wieder“ bekommt dann plötzlich eine ganz andere, so gar nicht besinnliche Bedeutung. Seit Jahren möchte ich aus dem Hamsterrad „Jahresende“ ausbrechen, geschafft habe ich es bisher nicht wirklich. Schluss damit, denn plötzlich habe ich eine Lösung für mich gefunden! Ich stress‘ mich jetzt ganz bewusst und nutze den Adrenalinhype und die Power, statt mich von ihr lähmen zu lassen.

Höher, schneller, weiter!

Ich weiß, Stress ist auf Dauer schädlich, aber gerade am Jahresende kommen wir alle in die Stressspirale, entziehen kann sich kaum einer. Was also tun? Nutzen Sie die Power und wandeln Sie bewusst den Stress um und nutzen Sie ihn als Rückenwind, als ständig dagegen anzulaufen. Stress schärft unsere Aufmerksamkeit und fokussiert uns. Noch aus der Urzeit reagieren wir auf Stress mit schnellerer Atmung und Muskelanspannung, unser Körper wird mit mehr lebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Wir agieren explosiver. Stress macht uns – betrachtet man seine positiven Bestandteile – aktiver, motivierter und auch kreativer. Er kann uns pushen und zu Höchstleistung treiben. Wenn Sie Stress als positiv ansehen, können Sie ihn nutzen. Wenn Sie ihn negativ belegen, schadet er Ihnen definitiv.

Alles Quatsch und Schönmalerei?

Noch hat sich diese Sichtweise nicht verbreitet. Weil sich viele Methoden gegen den Stress stellen. Wenn wir ihn jedoch positiv belegen, kann sich etwas ändern. Wie gesagt, ich rede nicht von permanenter Überlastung, sondern von Herausforderungen, die wir zu gewissen (Lebens-)Phasen, wie zum Beispiel zum Jahresende wahrnehmen.
Annehmen ist eine Möglichkeit, Stress für sich anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Wenn Sie sich Stress bewusst machen, ist der erste Schritt getan: Er wird weniger anstrengend. Denn Sie wissen, dass zum Jahresende noch einiges zu erledigen ist, der Jahresabschluss sich nicht alleine macht und Weihnachten eben jedes Jahr am 24ten ist und alle vor Aufgaben stellt. Von den Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen. Vielleicht beruhigt es Sie, dass Heiligabend nicht noch zusätzlich auf einen Freitag, den 13ten fällt.

Lebenszeit!

Mit kleinen Schritten tragen Sie dazu bei, dass sich Ihre Lebenszeit verlängern kann. Glauben Sie nicht? Die Universität Wisconsin befragte fast 30.000 Personen und ließen diese Stress bewerten. Die Probanden, die zwar viel Stress hatten, ihn aber als unbedenklich einstuften, wiesen ein niedrigeres Sterberisiko auf als die, die Stress eine negative Bedeutung zusprachen, sogar wenn diese weniger Stress hatten. Ob Sie das nun für sich annehmen oder nicht: Gut untersucht ist, dass unsere Gedanken uns sehr stark beeinflussen.

Sport ist Mord!

Wenn Sie zusätzlich in stressigen Zeit noch einen draufsetzen und Sport oder andere körperliche Aktivitäten ausführen (ist von den körperlichen Reaktionen ähnlich der Stress Reaktion) schaffen Sie einen Gegenpol und finden dadurch Entspannung, Wohlbefinden und bekommen – anders vielleicht als erwartet – einen klaren Kopf.
Andere powern sich lieber zusätzlich mental kreativ aus. Auch einen gute Möglichkeit Stress positiv in andere Bahnen zu lenken. Ziel muss sein, den Adrenalin- und Cortisol-Spiegel, der bei Stress besonders hoch im Körper ist, wieder abzubauen. Das gelingt nachweislich durch Bewegung (Sport) am besten. Körperliche und geistige Aktivität regulieren den Hormonspiegel und halten ihn auf einem gesunden Maß.

Ich kann, was ich muss, weil ich will!

Tun Sie das, was Sie müssen, nicht widerwillig, sondern nehmen Sie diese Aufgaben an und machen Sie diese mit einer gewissen Freude. Schieben Sie diese Aufgaben nicht bis zuletzt auf, sondern erledigen Sie diese sofort. Auch das macht den Kopf frei. Dadurch erleben Sie das Gefühl, aktiv zu sein und nicht, dass die Aufgabe Sie ständig belastet, lähmt und passiv werden lässt.

Nur Tote haben keinen Stress!

Solange Sie Stress wahrnehmen, leben Sie. Ziemlich profane Aussage? Ja, aber auch ständige Abwesenheit von Stress – also Langeweile und Gleichförmigkeit – kann uns krank machen.
Wir brauchen eine gewisse Anspannung, um aktiv zu bleiben. Zuviel Stress schadet, keiner in Form von Unterforderung aber auch. Burnout oder Boreout ist schlecht. Arbeit ist wichtig, zeigen auch Untersuchungen von Langzeitarbeitslosigkeit. Arbeit sichert eben nicht nur unseren Lebensunterhalt, sondern ermöglicht auch lebenswichtige soziale Kontakte und bringt Struktur in unseren Tag. Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen, die keine Aufgabe mehr haben (Pensionäre ohne Hobbies, Menschen in Altenheimen ohne Betreuung) körperlich schneller abbauen.

Provozieren Sie Stress!

Sagen Sie ja zur Präsentation beim Vorstand. Sprechen Sie vor Publikum, wann immer es geht! Wer sich neuen Herausforderungen stellt, merkt schnell, dass man die meisten meistern kann. Sogar sehr gut und fast immer besser, als man selbst dachte.
Stress relativiert sich, das Selbstvertrauen steigt und es werden ungeahnte Kräfte freigesetzt. Dieses Gelingen und der Umgang mit der Herausforderung speichert unser Gehirn als positive Erfahrungen ab und legt eine Art grünen Ordner an, auf den es bei nächster Gelegenheit zugreift.
Setzen Sie sich auch immer wieder neue Ziele und machen Sie auch mal Dinge, die Sie herausfordern und die Sie sich selbst kaum zutrauen.
Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie nutzen die positiven Seiten von Stress und werden aktiver, zudem sammeln Sie wichtige Erfahrungen, weil Sie Herausforderungen bestehen können.

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  1. Jörg Unkrig sagt:

    Wie gehen Sie mit Stress um? Was stresst Sie so richtig und was haben Sie dagegen in den vergangenen Jahren getan? Wie haben Sie dieses Jahr Weihnachten erlebt?

  2. Super geschrieben und trifft voll und ganz mein Verständnis vom Leben und dem Umgang mit demselben.

    1. Jörg Unkrig sagt:

      Hallo Frau Vincke,

      Freut mich, wenn wir darin übereinstimmen wie man Stress begegnen kann.
      Ihnen eine gute Zeit.

      BG

      Jörg Unkrig

  3. Hallo Jörg,
    ich finde in Deinem Blog hast Du perfekt eingeladen, das viel zitierte Stress- Thema mal aus anderen Perspektiven an zu sehen, und damit neue Ansatzmöglichkeiten und wieder Handlungsfreiheiten geschaffen. Wir dürfen wählen, wie wir mit herausfordernden Situationen umgehen wollen. Und wichtig ist vor allen Dingen, dass nach jeder Stressphase unbedingt auch wieder eine Erholungsphase möglich ist, denn es ist der Dauerstress, der uns unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit verlieren lässt.

    Ich hoffe, dass Dein Blog möglichst viele Leser findet und bereichert.

    1. Jörg Unkrig sagt:

      Hallo Cornelia,

      Genau deinen Punkt „Anspannung und Entspannung“ finde ich auch enorm wichtig. Wer dauerhaft auf dem Gas steht nimmt Schaden. Entspannung ist ein wichtiges Tool um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben.

      BG

      Jörg

  4. Eine gute Sichtweise, die vollkommen das Hamsterrad verlassen hat. 🙂
    Ständiges in Watte packen und mit angezogener Handbremse durchs Leben schleichen kann tatsächlich manchmal mehr Energie kosten und stressen, als gezielt etwas anzugehen und umzusetzen, was einem gut tut, auch wenn es mit Action verbunden ist.
    Danke für den guten Beitrag & die Erinnerung, das vieles eine Sache der Sichtweise / Einstellung ist, lieber Jörg!
    Hab ein schönes Weihnachtsfest mit deinen Lieben, ich freue mich schon auf deine Gedanken und Anregungen in 2017!

    1. Jörg Unkrig sagt:

      Hallo Sunray,

      Unser Denken macht uns oft zu dem, was wir sind. Das steht für mich fest.

      Einer meiner nächsten Blogbeiträge wird sich deshalb damit beschäftigen: negative Denkstile.

      Dir euch von Herzen eine gute und entspannte Zeit.

      Jörg

  5. Völlig richtig und gut erklärt Jörg 🙂 Erst erkennen, dann positiv einordnen und das Beste daraus machen… und als kleine Ergänzung noch von mir. Entspannungstechniken dazwischen nutzen

    1. Jörg Unkrig sagt:

      Danke für dein Feedback und die Ergänzung zum Thema Entspannung, liebe Silvia.

      BG

      Jörg

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